Berufsparcours

Berufsparcours und andere aktive Angebote zur konkreten Berufswahl

Die Berufswahl ist ein sehr schwieriger Prozess, der nicht nur für Jugendliche sondern auch für deren Eltern und Lehrer*innen sehr herausfordern ist. Im Gegensatz zu früher müssen die Jugendlichen sich in rund 1.000 Ausbildungsberufen und 19.000 Studienangeboten zurechtfinden.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Jugendlichen unter den Berufsbezeichnungen und unter den Berufsinhalten kaum etwas vorstellen können, weil ihnen die praktischen Erfahrungen fehlen. Außerdem reicht es nicht, sich nur einmal kurz zu informieren oder ein kurzes Video zu sehen.

Mit dem Angebot Berufsparcours wird in einer Art Minipraktikum in schulischen Räumen seitens regionaler Unternehmen ein kleiner Ausschnitt aus dem Berufsleben vorgestellt und anhand von Arbeitsproben real und praktisch erprobt.

Dabei erleben die Teilnehmer*innen, dass es in Metallberufen einen bestimmten Geruch gibt, der sowohl in der Ausbildung als auch im Studium schon Personen abgeschreckt oder auch begeistert hat. Bei Ausbildungen im Bäckerhandwerk ist es wichtig, keine Mehlstauballergie zu haben. Genau dieses wird beim Brezelteigflechten getestet. In der Gastronomie ist Körperhaltung und das Balancieren von Tellern extrem relevant, was auch direkt vor Ort getestet wird.

Rund 1.500 000 Jugendliche und Erwachsene haben bislang durch Berufsparcours und andere Angebote direkt vor Ort Berufe getestet und sind in unmittelbaren Kontakt zu den Unternehmen gekommen.

Berufsparcours – Durchführung von Berufsparcours

Berufsparcours werden in NRW vom Bildungswerk der Nordrhein-Westfälischen Wirtschaft e.V. in Kooperation und mit Unterstützung der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, der Stiftung TalentMetropole Ruhr und von METALL NRW gefördert. Das Team vom Technikzentrum Minden-Lübbecke e.V. führt die Veranstaltung vor Ort durch.

In anderen Bundesländern sind Franchiseunternehmen aktiv.

Berufsparcours finden in Schulen oder Schulnähe zusammen mit regionalen Unternehmen für jeweils einen Tag statt.

Dabei treffen am Schultag (8-13 Uhr) rund 300 Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8 auf etwa 20 Unternehmen. Diese halten an ihren Stationen (Tischgruppe mit Stühlen) eigene einfache, schnell wiederholbare haptische Arbeitsproben bereit. Die Schüler*innen durchlaufen die Stationen in Kleingruppen mit je 8 Schüler*innen für jeweils 15 Minuten. Durch die standardisierte Ablaufstruktur wird ein direkter Kontakt zwischen den Unternehmen und den Jugendlichen ermöglicht.

Factsheet Berufsparcours