Talenthaus

Talenthaus

 

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Das Talenthaus ist die Reaktion auf die größer werdende Problematik auf dem Ausbildungsmarkt. Denn immer mehr Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz und immer mehr Betriebe unbesetzte Lehrstellen.

Mit dem Angebot einer systematischen und zielgruppen-übergreifenden Berufserkundung mit vorgebenen und auch flexiblen Bestandteilen im dezentralen Talenthaus soll ein Beitrag zur Lösung dieses gesellschaftlichen Problems geleistet werden. Das Talenthaus unterstützt damit das Vorgehen von Politik, Verwaltung, Unternehmen und Schulen beim Übergang Schule-Beruf.

Talenthaus – Die Praxis

Das Talenthaus ist ein Ort, an dem Jugendliche einer Stadt/einer ganzen Region ihre Talente entdecken können. Der Ort kann eine Gewerbehalle oder ein Gebäude sein, in dem das Talenthaus für die Dauer von 2-4 Wochen zu Gast ist. Im Talenthaus werden in verschiedenen Bereiche Angebote stattfinden. In Berufsräumen werden unterschiedlichen Berufsbereiche repräsentiert: Dies ist z.B. von Bau/Architektur über IT, Umwelt, Maschinenbau, Kunst/Kultur, Gesundheit bis zur Logistik. In jedem Berufsraum werden Stationen aufgebaut, die für den  jeweilige Berufsbereich typische, praktische Aufgaben beinhalten. Es kann sowohl als strukturiertes als auch als freies Angebot stattfinden.

Das strukturierte System, die Talentwerkstatt mit 16 Berufsfeldern findet an einem oder zwei Tagen statt. Freie Angebote sind von 2 bis 40 Unterrichtsstunden möglich.

Berufsfeldtage bieten die Möglichkeit an jedem Tag ein Berufsfeld an verschiedenen Stationen in einem Berufsraum praktisch zu erkunden.

Talentwerkstatt: strukturiertes testen von Berufen

Die Jugendlichen testen praktische Arbeitsproben aus den unterschiedlichen Berufsfeldern und haben am Ende des Vormittags eine erste Orientierung und Antworten auf die Fragen: Was kann ich gut? Was macht mir Freude? Was passt zu mir? Wofür habe ich Talent? Dabei kristallisieren sich bis zu vier „Favoritenbereiche“ heraus.

Talentwerkstatt am 2. Tag: systematisiertes Vertiefen beim Berufe testen

Der zweite Tag dient der Vertiefung. Die Schülerinnen und Schüler haben sich in der Zwischenzeit schlau gemacht und kennen Ausbildungsvoraussetzungen und Anforderungen ihrer „Favoriten“. Dieses Mal sind die Aufgaben komplexer und das Vorgehen wird anhand der vier Favoriten zielgerichteter. Dieser gesamte Prozess der Berufsvertiefung wird durch fachliche Beobachtung und Begleitung unterstützt.

Unternehmen/ Institutionen sind uns als Türöffner, Förderer, Sponsoren, Gäste, Aufgabensteller/innen und Stationsbetreuer/innen herzlich willkommen. Auf diese Weise unterstützen sie Berufssuchende und leisten einen wichtigen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Beitrag.

Talenthaus – Die Idee

Die Idee des Talenthauses basiert auf dem Grundanliegen des Technikzentrums Minden-Lübbecke in 1994.  Jugendlichen werden frühzeitig praktische Möglichkeiten der Berufsorientierung und Entdeckung eigener Begabungen zur Verfügung gestellt, Den konzeptionellen Anfang bildeten die Berufsparcours. In diesem Rahmen gestalteten Unternehmen gemeinsam mit dem Technikzentrum vielfältige berufspraktische Übungen und erhielten die Gelegenheit, erste Kontakte zu möglichen Auszubildenden zu knüpfen. Dieses Praxisformat hat sich bewährt. Aus dem Grundanliegen wurde eine Erfolgsgeschichte: In den vergangenen 20 Jahren wurden mobile Veranstaltungen mit 3.800 Unternehmen, 1.100 Schulen, 50 Berufskollegs und über 800.000 Jugendlichen durchgeführt.

Zugleich hat auch eine kontinuierliche inhaltliche Weiterentwicklung stattgefunden: Im Fokus steht noch stärker die Entdeckung von Begabungen und Talenten in allen 16 Berufsfeldern zum frühestmöglichen Zeitpunkt in der Bildungskette. Dies wird seit 2013 als Talentwerkstatt in Form eines Pilotprojektes in Bochum und Herne mit über 3.000 Jugendlichen umgesetzt.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Bildungsbiographien und Zugänge zum Arbeitsmarkt wird der erprobte Projektansatz in einen größeren Programmrahmen gestellt: das Talenthaus. Damit wird erreicht, dass für jeweils einen begrenzten Zeitraum, Berufsorientierung auch von Schulstandorten unabhängig in Städten und Regionen angeboten wird. Daneben werden über den Schulsektor hinaus weitere Zielgruppen einbezogen und in das Talenthaus eingeladen.

Start des ersten Talenthauses in NRW mit dem Schwerpunkt MINT war im Februar 2016.